Mehr Power: 7 wertvolle Selbstfürsorge-Tipps

 

Bedürfnisse erkennen

In meinem letzten Blogbeitrag ging es darum wie wir in 4 Schritten Aggressionen, Erschöpfung und Unzufriedenheit loswerden.

Du hast erfahren wie wichtig Selbstfürsorge und die Erfüllung unserer Bedürfnisse in diesem Zusammenhang sind. Daher gibt es diese Woche als Ergänzung 7 wertvolle Selbstfürsorge-Tipps für dich, die dir dabei helfen energiegeladener zu sein.

7 Selbstfürsorge-Tipps

1. Sorge für ausreichend Schlaf und Nahrung

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse und die Grundbedürfnisse wie Schlafen oder Essen werden in der heutigen Zeit leider oft vernachlässigt. Dabei sind sie die Basis für eine gesunde Selbstfürsorge. Der Schlaf kommt oft zu kurz: frühes Aufstehen, spät ins Bett gehen oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus begünstigen das. Auch das Essen kommt oft zu kurz. Viele Menschen sind so im Stress, dass sie das Essen vergessen oder hauptsächlich Ungesundes zu sich nehmen, das ihren Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Sowohl Schlafmangel als auch Hunger schwächen dann deinen Körper. Mit zunehmendem Mangel wirst du gereizter, leichter angreifbar und anfälliger für Stress. Auch dein Immunsystem wird geschwächt.

Daher frage dich:

  • Wie viel Schlaf brauchst du und gewährst du dir diesen?
  • Was isst du und wann? Isst du gesund und regelmäßig?
  • Warum isst du? Ist es wirklich Hunger oder doch eher innere Unruhe und Leere, die du mit Nahrung stillen und füllen möchtest? Oder isst du aus Gewohnheit?

2. Erkenne Abhängigkeiten und damit unerfüllte Bedürfnisse

Die meisten von uns sind bewusst oder unbewusst abhängig, um ihre innersten Bedürfnisse nach Sicherheit, Geborgenheit, Liebe oder Zuneigung zu stillen. Sie zwängen sich in ein Raster oder spielen eine Rolle, um das zu bekommen, wonach sie sich sehen.

  • Erkennst du in deinem Leben solche Abhängigkeiten, die dir scheinbar das geben, was du brauchst, aber im Grunde gar nicht gut tun?
  • Welche Abhängigkeiten sind das?
  • Was steckt hinter diesem Verhalten? Nach welchem Bedürfnis sehnst du dich eigentlich?
  • Wie kannst du dieses Bedürfnis ohne Abhängigkeit stillen?

Es ist wichtig, dass du aktiv die Führung übernimmst, wenn es darum geht, deine Bedürfnisse zu erfüllen. Erwarte nicht von anderen, dass sie erkennen, was du willst. Sprich an, was du dir wünschst und was dir fehlt. So schlüpfst du aus der fremdbestimmten Opferrolle hinein in die selbstbestimmte Führungsrolle und kannst dich so um deine Bedürfnisse kümmern.

3. Beschäftige dich mit Dingen, die du gerne machst

Was tust du gerne? Einen Spaziergang in der Natur, malen, lesen, ein Besuch im Lieblings-Café oder im Thermalbad? Was auch immer dir gut tut und du gerne machst: Gönne dir diesen Genuss. Er trägt sehr zu deinem Wohlbefinden bei, weil er dir Freude macht und Freude ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität ist. Außerdem geben diese Dinge dir Energie, weil sie dich glücklich machen.

  • Was tut dir gut und wobei fühlst du dich wohl?
  • Welche Rituale vermitteln dir Sicherheit und Geborgenheit?
  • Was würdest du machen, wenn du spontan einen Tag frei hättest?

Du solltest keine Dinge tun: aus Leistungsdruck oder aus Konkurrenzdenken, weil alle es tun oder weil du unbedingt das Ziel erreichen willst. Damit stresst du dich und machst die Dinge somit nicht gerne. Der Weg ist das Ziel und somit die Freude am Tun.

Geh nicht joggen, weil du Angst hast, dick zu werden, sondern weil du Spaß an Bewegung hast. Wenn joggen nicht das Richtige ist, suche dir eine Sportart, die dir liegt oder gehe einfach spazieren. Im Vordergrund sollte immer das gute Gefühl stehen, mit dem du etwas machst.

Stelle dir daher auch folgende Fragen:

  • Aus welchem Antrieb verfolgst du Dinge?
  • Gibt es welche, die du aus Druck ausübst?
  • Wenn ja, warum lässt du diese Dinge nicht einfach sein? Welches Problem steckt hinter dem Zwang?

4. Versuche die richtige Balance zu finden

Versuche, das richtige Maß für dich zu finden. Nimm dir nicht zu viel vor und lass dich nicht zu sehr „von außen“ bestimmen. Akzeptiere deine Grenzen und setze deine Grenzen – dir und anderen! Fordere nicht zu viel von dir und zeige nach außen, dass du nicht unendlich viel Kapazität und Energie hast. So kannst du dich vor Überlastung schützen.

  • Erkennst du Anzeichen für Überforderung wie Stress, Ermüdung oder Unlust?
  • Wenn ja: Forderst du zu viel von dir selbst oder machst du für andere mehr, als dir gut tut?
  • Wie kannst du Aufgaben abgeben, Grenzen aufzeigen, dir Entlastung verschaffen?

♦ Siehe auch: Lernen Nein zu sagen: Grenzen setzen ohne zu verletzen.

5. Gönne dir Erholungspausen

Pausen und Auszeiten sind wichtig, denn so wie ein Akku nicht im Dauerbetrieb laufen kann, muss auch dein Energie-Tank immer wieder aufgeladen werden, damit du kraftvoll bleiben kannst. Lege dir im Alltag bewusst Pausen ein, um kurz durch zu schnaufen. Gönne dir auch regelmäßig Urlaub und Erholung. Schaffe dir Freiräume, in denen du einfach Zeit mit dir verbringst, um Kraft zu tanken.

  • Gönnst du dir regelmäßig Zeit für dich?
  • Wenn nicht: Wie kannst du dir mehr Freiräume schaffen?

6. Pflege deine Beziehungen und Freundschaften

Menschen sind soziale Wesen und haben daher auch ein Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Sich auszutauschen und verstanden zu fühlen. An Beziehungen zu wachsen und wertgeschätzt zu werden. Soziale Kontakte schützen dich vor Einsamkeit und geben dir ein positives Gefühl. So können sie dich darin unterstützen, der zu sein, der du bist und der zu werden, der du sein kannst.

  • Pflegst du regelmäßig deine sozialen Kontakte?
  • Wenn nein: Warum nicht? Hast du zu wenig Zeit oder bist du zu erschöpft?
  • Wie kannst du die Ursache beheben und dein Sozialleben fördern?

7. Bewege dich regelmäßig

Auch wenn du kein Sportfanatiker bist, tut frische Luft und Bewegung auch dir gut. Gehe spazieren, atme gute Luft ein, spüre deinen Körper. Beobachte die Jahreszeiten und wie sie die Natur verändern. Der Körper kann dabei entspannen und Stress abbauen. Auch schon kleine Bewegungseinheiten im Alltag fördern dein Wohlbefinden und machen dich ausgeglichener und widerstandsfähiger.

  • Bewegst du dich regelmäßig?
  • Wenn nein: wie kannst du für mehr Bewegung sorgen? Kannst du dich zum Spazieren gehen verabreden oder gehst du auch alleine eine Runde durch den Wald?
  • Wie kannst du mehr Bewegung in deinen Alltag integrieren? Kannst du mal das Fahrrad oder die Treppe anstatt das Auto und den Aufzug nehmen? Kannst du in der Mittagspause spazieren gehen, anstatt in der Kantine zu sitzen?

♦ Siehe auch: So macht Waldbaden dich glücklich

So macht Selbstfürsorge dich glücklich

Selbstfürsorge heißt also Eigenverantwortung zu tragen und dafür zu sorgen, dass du dir die Pflege zukommen lässt, die du brauchst.

Dazu benötigt es Achtsamkeit. Ein aufmerksames Hineinhören in dein Inneres, um die Signale deines Körpers und deiner Seele wahrzunehmen, zu deuten und entsprechend handeln zu können. (Erinnere dich an das Kind in dir. Löse dich vom zwanghaftem Denken, dass du “nicht solltest” oder “nicht kannst” und gehe einfach dem nach, was du brauchst.)

Durch das Erkennen und Erfüllen deiner Bedürfnisse lässt du keine inneren Konflikte entstehen. Keine unerfüllten und unterdrückten Wünsche, die sich irgendwann in deinem Leben negativ bemerkbar machen können in Form von Unzufriedenheit, Stress oder Lustlosigkeit.

Stattdessen wirst du zufrieden und ausgeglichen, weil du im Einklang mit dir lebst, weil du dir das gibst, was du brauchst. Du gewinnst an innerer Widerstandskraft und kannst energiegeladen und positiv den Herausforderungen des Lebens begegnen.

Dadurch gewinnt dein Leben an Leichtigkeit und an Freude.

Zeitgleich tust du anderen damit einen großen Gefallen. Denn so, wie du andere erst lieben kannst, wenn du dich selbst liebst, kannst du dich nur gut um andere kümmern, wenn du dich selbst gut um dich kümmerst. Denn man kann nichts geben, was man sich selbst nicht zu geben bereit ist.

Selbstfürsorge ist demnach nicht nur ein sehr wertvoller Beitrag für dich selbst, sondern auch ein sehr wertvoller Beitrag für die Welt.

Aber vergiss nicht, dass Selbstfürsorge kein einmaliger Lernprozess ist. Da du dich laufend veränderst und damit deine Bedürfnisse sich ändern, bedarf es einer ständigen Achtsamkeit dir selbst gegenüber. Ein ständiges Anpassen deiner Fürsorge an deine Bedürfnisse.

Dein ganzes Leben lang.

Aber diese Arbeit ist jede Mühe wert, denn sie schafft einen unbezahlbaren Wert: Gesundheit und Lebensqualität!

Ich wünsche dir viel Erfolg auf dem Weg zu einer guten Fürsorge für dich.


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Foto: © mindhelp